Reste der Ghettomauer in Krakau: Lage und Geschichte
In Podgórze sind Fragmente der Mauer des Ghettos im deutsch besetzten Krakau erhalten. Das Fragment, das wir als Ziel für einen Besuch nennen, steht in der ul. Lwowska zwischen den Häusern mit den Nummern 25-29 und trägt eine zweisprachige Gedenktafel.
In Podgórze sind Fragmente der Mauer erhalten, die einen Teil des Ghettos begrenzte, das die deutschen Besatzungsbehörden in Krakau einrichteten. Nach Angaben des Instituts für Nationales Gedenken (IPN) haben bis heute nur zwei Fragmente der Ghettomauer überdauert. Das Fragment, das wir Besuchern als Ziel nennen, steht in der ul. Lwowska zwischen den Häusern mit den Nummern 25-29.
Geschichte der Krakauer Ghettomauer
Dies ist ein Ort des Gedenkens an den Holocaust. Das Ghetto in Podgórze richteten die deutschen Besatzungsbehörden im März 1941 ein; die Verordnung über die Bildung eines „Jüdischen Wohnbezirks“ wurde am 3. März 1941 erlassen. Nach Angaben des Instituts für Nationales Gedenken (IPN) umfasste das Ghetto etwa 20 Hektar und 320 Häuser: Auf einem Gebiet, in dem vor dem Krieg etwa 3.000 Menschen gewohnt hatten, drängten die Deutschen 11.000 bis 20.000 Juden zusammen. Im Juni und am 28. Oktober 1942 deportierten die deutschen Besatzer Bewohner des Ghettos in das deutsche Vernichtungslager Bełżec. Am 13. und 14. März 1943 lösten die Deutschen das Ghetto auf: Menschen, die sie als arbeitsfähig einstuften, brachten sie in das deutsche Lager in Płaszów (KL Plaszow), die übrigen deportierten sie in das deutsche nationalsozialistische Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, und einen Teil ermordeten sie an Ort und Stelle.
Als die Deutschen das Ghetto abriegelten, markierte ein Stacheldrahtzaun seine Grenzen; die Mauer ließen die deutschen Besatzungsbehörden ab April 1941 errichten. Nach Angaben des Instituts für Nationales Gedenken umschloss die Mauer nicht das ganze Ghetto: Den größten Teil der Grenze bildeten die Gebäude selbst, mit zugemauerten oder vernagelten Türen und vergitterten Fenstern, und die Mauer stand überwiegend an der Südseite. Ins Ghetto führten vier Tore, das Tor Nummer 2 stand an der Kreuzung der Straßen Lwowska und Limanowskiego. Durch die ul. Lwowska führten die Deutschen die Menschen, die sie aus dem Ghetto deportierten. Wenige Monate nach der Auflösung des Ghettos begann man, die Mauern abzureißen.
Was Sie an der Ghettomauer in der Lwowska-Straße sehen
- Das Fragment in der ul. Lwowska: Es steht an der Straße, zwischen den Häusern mit den Nummern 25-29.
- Die Gedenktafel: eine zweisprachige Tafel am Fragment in der ul. Lwowska. Die polnische Inschrift lautet (in Übersetzung): „Hier lebten, litten und starben sie durch die Hand der nationalsozialistischen Peiniger. Von hier führte ihr letzter Weg in die Vernichtungslager. Fragment der Mauern des jüdischen Ghettos 1941-1943“.
- Die Form der Mauer: Nach Angaben des Instituts für Nationales Gedenken symbolisierte die Form der Mauer Mazewot, also jüdische Grabsteine; verputzt war die Mauer nur an der Außenseite.
- Worte eines Zeugen: Józef Bau, ein in Krakau geborener Dichter, Maler und Grafiker, schrieb: „Die hohe, wehrhafte Mauer verbarg vor den Augen der Welt das Leid, das die Juden verschlang, mitsamt ihrem Hab und Gut.“
- Der Jahrestag: Am Jahrestag der Auflösung des Ghettos (13. und 14. März) werden am Mauerfragment in der ul. Lwowska Blumen niedergelegt, und der Marsch der Erinnerung (Marsz Pamięci) vom Platz der Ghettohelden zieht daran vorbei. Den Termin müssen Sie für das jeweilige Jahr prüfen.
Kann man die Reste der Ghettomauer besichtigen?
Für diesen Ort nennen die Institutionen weder Öffnungszeiten noch Besuchsregeln. Das Fragment in der ul. Lwowska steht an der Straße, zwischen Häusern. Das zweite Fragment steht hinter der Schule in der ul. Limanowskiego 60-62 (XLIII Liceum Ogólnokształcące); wir haben keine Bestätigung dafür, dass es für Besucher zugänglich ist, und nennen deshalb das Fragment in der ul. Lwowska als Ort für einen Besuch.
Führungen bieten wir hier nicht an, und den Zutritt zum Schulgelände können wir nicht vermitteln. Stand der Angaben: Oktober 2026. Die Geschichte der Mauer geben wir hier nach dem Beitrag des Instituts für Nationales Gedenken über die Einrichtung des Ghettos in Krakau durch die Deutschen wieder, der nur auf Polnisch vorliegt.
Anfahrt zur Ghettomauer in der Lwowska-Straße
Das Fragment in der ul. Lwowska liegt etwa fünf Minuten zu Fuß vom Platz der Ghettohelden und etwa acht Minuten vom Museum Schindlers Fabrik entfernt. Das ehemalige Ghetto in Podgórze liegt auf der Route unserer Tour durch das Krakauer Ghetto und unserer Tour Pfad der Erinnerung im Elektroauto.
Was Sie in der Nähe der Ghettomauer sehen können
Bitte verhalten Sie sich so, wie es einem Gedenkort angemessen ist. Die Apotheke Unter dem Adler, eine Zweigstelle des Museums der Stadt Krakau auf dem Gebiet des ehemaligen Ghettos, am Platz der Ghettohelden, ist vom Fragment in der ul. Lwowska ebenfalls etwa fünf Minuten zu Fuß entfernt. Zum Viertel insgesamt lesen Sie unsere Seite über Podgórze und das ehemalige Ghetto.
Häufig gestellte Fragen
Wo stehen die Reste der Ghettomauer in Krakau?
In Podgórze. Ein Fragment steht in der ul. Lwowska, zwischen den Häusern mit den Nummern 25-29, das zweite hinter der Schule in der ul. Limanowskiego 60-62.
Wie viele Fragmente der Ghettomauer sind erhalten?
Nach Angaben des Instituts für Nationales Gedenken haben bis heute nur zwei Fragmente der Ghettomauer überdauert.
Kann man das Fragment hinter der Schule besichtigen?
Wir haben keine Bestätigung dafür, dass es für Besucher zugänglich ist. Als Ort für einen Besuch nennen wir deshalb das Fragment in der ul. Lwowska.
Wann wurde die Ghettomauer gebaut?
Der Bau begann im April 1941. Als die Deutschen das Ghetto abriegelten, markierte zunächst ein Stacheldrahtzaun seine Grenzen.
Umschloss die Mauer das ganze Ghetto?
Nein. Nach Angaben des Instituts für Nationales Gedenken bildeten die Gebäude selbst den größten Teil der Grenze, und die Mauer stand überwiegend an der Südseite.
Foto: miketnorton, Wikimedia Commons, CC BY 2.0.
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